Lernen lernen

Lernen lernen

Was motiviert uns?

Uns bewegen mannigfaltige Beobachtungen und Erkenntnisse:
 
Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten mit
  • der Einteilung ihrer Zeit – wie oft wird die unmittelbare Zeit vor einer Klassenarbeit mit hektischer Wiederholungsarbeit gefüllt, nicht selten gepaart mit Stress und Unwohlsein;
  • der Planung und Einteilung ihrer Arbeit – oft auf den letzten Drücker, manchmal auch viel zu früh;
  • der Anordnung ihres Arbeitsplatzes zu Hause, in der Schule;
  • mit der Ordnung ihrer Schultasche;
  • der Aufbereitung, dem Verstehen von Texten, Aufgaben usw.;
  • dem Behalten erarbeiteter Stoffinhalte, wichtiger Textaussagen – nach zwei bis drei Wochen ist alles vergessen.

Solche Defizite und Schwächen haben Folgen, irgendwann stellen sich dann Enttäuschungen ein, Misserfolge kommen vor – „Jetzt habe ich so viel geübt und es ist doch nur eine 3 oder 4 herausgekommen.“ – sogar Ängste können sich aufbauen. Die Schülerinnen und Schüler spüren ihre eigene Hilflosigkeit, ihre eigenen Defizite in einigen oder vielen Bereichen, sie blockieren, resignieren…
 
Auch bei uns Lehrern stellen sich Probleme ein. Wir ärgern uns, sind enttäuscht über
  • die vergessenen Materialien, Vorbereitungen;
  • die chaotische Heftführung;
  • das häufige Nachfragen;
  • die lange Dauer der Erkenntnis, des Verstehens von Inhalten;
  • die schlechte Behaltensleistung;
  • den unbefriedigenden Ausfall von Klassenarbeiten, Tests;
  • das oftmalige Unvermögen, mit Bekanntem zu vergleichen, zu argumentieren;
  • die Schwierigkeiten bei der Anwendung von Inhalten, deren Bearbeitung erst wenige Wochen zurück liegt;
  • die unbefriedigende Rendite unseres Zeit- und Arbeitseinsatzes.
 
Es ist jedoch unsere Überzeugung , nicht im Klagen, nicht im Lamentieren verharren zu wollen. Schwierigkeiten und Probleme bedürfen der für alle Betroffenen angemessenen Lösung. Folglich will die Schule das eigenverantwortliche Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler stärken, d.h. das „Lernen lernen“ vermitteln.
 
Das Konzept
 
Für die Ausarbeitung eines neuen Konzeption, nachdem wir bereits Erfahrungen mit dem Methodentraining (Jahrgangsstufe 5 bzw. 6) und dem Kommunikationstraining (7. Jahrgang) gesammelt hatten, konstituierte sich eine Arbeitsgruppe, die von den folgenden Voraussetzungen und Anforderungen ausging:
  1. Schritt für Schritt soll jede Schülerin, jeder Schüler in die entsprechenden Fähigkeiten eingeführt und in ihnen trainiert werden.
  2. Der konsequente Rückgriff auf die gültigen Fachrichtlinien (Kernlehrpläne) und die entsprechenden Angebote der Unterrichtswerke verhindern eine große Mehrbelastung sowohl für die Schülerinnen / Schüler als auch für das Kollegium.
  3. Unterrichtsausfall und damit Vertretungsbedarf sollen vermieden oder minimiert werden.
  4. Wiederholungsphasen sowie eine schlüssige, sich steigernde Abfolge aufeinander aufbauender Elemente sollen für Nachhaltigkeit sorgen, was durch eine entsprechende Überprüfbarkeit oder Evaluation verstärkt wird.
  5. Alle Kolleginnen und Kollegen vermitteln ausdrücklich, nachvollziehbar und nachweislich eine Lernmethode, eine Lernfähigkeit, altersgemäße Kompetenzen usw.
  6. Alle Fächer und Fachgruppen werden einbezogen.
 
Die Realisierung des Konzepts sowie die Erfüllung der genannten Anforderungen gestaltet sich nun so:
 
Das „Lernen lernen“ findet auf der einen Seite konzentriert auf zwei bis fünf Vormittage während der sog. Aktionswoche statt. Auf der anderen Seite werden die Kompetenzen in der (den) von den Fachlehrerinnen / -lehrern gewählten Einzelstunde(n) des vorgeschlagenen Quartals gelehrt.
 
Die neue Form des Trainings findet also in der Aktionswoche statt. Alle Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs, bisher wegen des Anti-Gewalt-Trainings mit Ausnahme der Klassenstufe 9, fortan der Stufe 8 wegen G8, trainieren je nach Stufe 2-5 Tage anhand von allgemeinen Arbeitsmitteln dieselben Fähigkeiten. Ab Klasse 6 startet jedes Schuljahr in der angesprochenen Woche mit einer von der Klassenleitung durchgeführten Wiederholung zentraler Inhalte. Bestimmte Fähigkeiten (z. B. Textarbeit, Teamarbeit) werden systematisch vertieft und erweitert. Die unten folgenden Programmübersichten informieren über die jeweiligen Arbeitsinhalte.
 
Das Training der Kommunikationskompetenz und der Teamfähigkeit / -arbeit fließt verstärkt in den Kanon der Inhalte ein. Das Anspruchsniveau steigert sich von Jahr zu Jahr, was überprüfbare Lernfortschritte ermöglichen soll. Die anstehenden Methoden werden explizit und stringent, nicht nur am Rande des „üblichen Stoffs“ vermittelt. Das jeweilige Thema findet sich als Eintragung im Klassenbuch wieder.
 
Die konkret formulierten Kompetenzen, die damit verbundenen Inhalte, teilweise auch Materialhinweise und selbstverständlich die jeweils zuständigen Fächer, alles in ein Zeitraster eingepasst, ergeben letztlich für jede der Sekundarstufe I so etwas wie eine „To-do-Liste“. Diese Übersichten befinden sich allerdings noch im Umbau oder der Erstellung, da die in den neuen Kernlehrplänen vorgegebenen methodischen Kompetenzen berücksichtigt werden müssen und die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8) vielfältige Änderungen erzwingt.
 
Wir verstehen das Konzept „Lernen lernen“ als ein zu keinem Zeitpunkt fertiges Endprodukt. Das Projekt mit den thematischen Schwerpunkten Methodik, Kommunikation, Teamarbeit und sicherlich auch Selbstkompetenz wird sich beständig verändern und entwickeln, da alle Beteiligten aus dem „Lernen lernen“ lernen.
 
Spezielle Hinweise zu den einzelnen Jahrgangsstufen: