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Orchesterklasse
Konzept Orchesterklasse[1]
Vorbemerkungen
Der Begriff Orchesterklasse soll für einen zukunftsweisenden, lebendigen Musikunterricht stehen, der die Vermittlung musikalischen Basiswissens und das praktische Musizieren mit Orchesterinstrumenten im Klassenverband von Anfang an miteinander verbindet.
Inhaltliche Aspekte des Musikunterrichtes der 5. und 6. Klassen sollen - ausgehend von den elementaren Grundlagen der allgemeinen Musiklehre (s. schulinternen Lehrplan) bis hin zu musikalischen Gestaltungsprinzipien der Formenlehre - durch das Klassenmusizieren spielerisch und anwendungsorientiert erlernt werden. Damit werden zusätzlich Voraussetzungen sowohl für den weiterführenden schulischen als auch außerschulischen Musikunterricht geschaffen. Der praktischen Musikerfahrung im Klassenverband kann das individuelle Musizieren, aber auch die intellektuelle, analytische Auseinandersetzung mit Musik folgen. Es erwächst daraus ein breitgefächertes Angebot an Musikarbeitsgemeinschaften wie Orchester, Big Band, Instrumentalensembles und kleinere Bands. Die Schule möchte mit diesem schulmusikalischen Angebot Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeit- und Lebensgestaltung zeigen und neben den kognitiven besonders die emotionalen, kreativen und sozialen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler fördern.
Zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das gemeinsame Musizieren darüber hinaus Leistungsfähigkeit, Disziplin, Konzentration, Ausdauer, Kooperationsbereitschaft, Teamfähigkeit, Solidarität und Rücksichtnahme fördert, um hier nur einige der in der späteren Lebens- und Arbeitswelt erwarteten Schlüsselqualifikationen zu nennen.
Das gemeinsame Musizieren in der Orchesterklasse kann und will natürlich nicht den Instrumentalunterricht ersetzen, es schafft aber wichtige Voraussetzungen dafür, vor allem weil das gemeinsame Orchesterspiel im Klassenverband von Anfang an stark motiviert. Zudem werden Kinder, die außerhalb des schulischen Musikunterrichtes diese Chance oft gar nicht wahrnehmen können, an traditionelle Orchesterinstrumente herangeführt.
Der Musikunterricht in der Orchesterklasse schließt selbstverständlich nicht aus, dass gemeinsam gesungen, Musik gehört und über Musik gesprochen wird. Es ist vielmehr ein Weg, den schulischen Bildungsauftrag im Fach Musik einerseits durch die Kombination von individuellem und gemeinsamem Musizieren zu erfüllen und andererseits die instrumentale Grundausbildung mit Lernzielen des allgemeinbildenden Musikunterrichtes erfolgreich zu verzahnen.
Kurz gesagt lässt sich die Konzeption getreu dem Motto ,,Theorie braucht Praxis" auf folgende Formel reduzieren:
Musik hören und verstehen ist gut, Musik machen ist besser!
Hinweise zur Organisationsform
Einrichtung einer Orchesterklasse für Anfänger, bzw. einer Instrumentalklasse für fortgeschrittene Instrumentalisten
I. Einrichtung der Orchesterklasse für Anfänger
Vom Schuljahr 2010/2011 soll eine der 5. Klassen an unserem Gymnasium als Orchesterklasse eingerichtet werden.
Die Anzahl von 30 Schülerinnen und Schülern soll nicht überschritten werden, die Anzahl von 27 darf nicht unterschritten werden. Für die Dauer von zwei Schuljahren (Jahrgänge 5 und 6) erlernt jede Schülerin bzw. jeder Schüler dieser Klasse ein Instrument, so dass der Unterricht durch eine enge Verbindung von praktischen Erfahrungen und theoretischer Reflexion erteilt wird.
Organisation des Musikunterrichtes
Die Leitung der Orchesterklasse und der allgemeinbildende Musikunterricht werden von einer Musiklehrkraft des Gymnasiums übernommen. Alle musikimmanenten Parameter des Lernstoffes der Klassen 5 und 6 werden in enger Anlehnung an die gemeinsam erarbeiteten Musikstücke ,,spielerisch“ und anwendungsorientiert vermittelt. Die Leistungsbewertung erfolgt durch die Beurteilung der mündlichen und praktischen Mitarbeit.
Der Musikunterricht der Orchesterklasse im 5. und 6. Jahrgang umfasst insgesamt je drei Wochenstunden, die wie folgt aufgeteilt werden:
· eine Stunde Musikunterricht (nach Lehrplan)
· eine Stunde Orchestermusizieren im Klassenverband (in enger inhaltlicher
Verzahnung mit der Einzelstunde des Klassenmusikunterrichtes)
Verzahnung mit der Einzelstunde des Klassenmusikunterrichtes)
· eine Stunde Instrumental-Gruppenunterricht (Grundausbildung im
Instrumentalspiel; Vorbereitung der Stücke für das Orchestermusizieren im
Klassenverband)
Instrumentalspiel; Vorbereitung der Stücke für das Orchestermusizieren im
Klassenverband)
Einmal pro Schuljahr werden außerschulische Probentage durchgeführt, um intensiv für die Vorbereitung von Konzerten üben zu können. Der von einem gemeinsamen Probenaufenthalt in einer Jugendherberge ausgehende Motivationsschub kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Instrumental - Gruppenunterricht
Die Schülerinnen und Schüler erhalten pro Woche auf ihrem Instrument eine Stunde Gruppenunterricht durch externe Instrumentallehrer. Der Unterricht muss für die einzelnen Instrumentengruppen zeitgleich in unterschiedlichen Räumen erfolgen. Dazu werden für die folgenden Instrumente (Änderungen vorbehalten) voraussichtlich sieben Instrumentallehrkräfte benötigt:
Streichinstrumente:
eine Lehrkraft für Violine und Viola
eine Lehrkraft für Violoncello und Kontrabass
Holzblasinstrumente:
eine Lehrkraft für Oboe und Fagott
eine Lehrkraft für Querflöte
eine Lehrkraft für Klarinette und Saxophon
Blechblasinstrumente:
eine Lehrkraft für Trompete und Horn
eine Lehrkraft für Posaune und Tuba
Im Instrumental-Gruppenunterricht werden neben den instrumentalen Grundfertigkeiten die gemeinsam zu musizierenden Arrangements in enger Abstimmung mit der Musiklehrkraft der Orchesterklasse geübt und vorbereitet.
Instrumentale Besetzung
Die Besetzung der Orchesterklasse wird wegen eines möglichst ausgewogenen Klangbildes und der jeweiligen Gruppengröße für den Instrumentalunterricht etwa wie folgt vorgenommen:
- Streichinstrumente: 4 - 5 Violinen, 3 – 4 Violen,
3 - 4 Violoncelli, 1 Kontrabass
3 - 4 Violoncelli, 1 Kontrabass
- Holzblasinstrumente: 2 - 3 Querflöten, 2 Oboen, wenn möglich
1 Fagott, 3 - 4 Klarinetten, 2 Saxophone
1 Fagott, 3 - 4 Klarinetten, 2 Saxophone
- Blechblasinstrumente: 3 Trompeten/Hörner, 2 Posaunen/Tuben
Auswahl und Einteilung der Instrumente
Vor den Osterferien finden zwei 3-stündige Instrumenten-Schnuppertage statt. Die Termine werden bei der Anmeldung bekannt gegeben. Alle Schülerinnen undSchüler der Orchesterklasse probieren bei den beteiligten Instrumentallehrern jeweils 10 Minuten alle vorgesehenen Instrumente aus. Die Instrumentallehrer halten für jede Schülerin und jeden Schüler auf einem Laufzettel die Eignung für die verschiedenen Instrumente fest. Nach dem Schnuppern geben die Kinder ihren Erst-, Zweit- und Drittwunsch für ein Instrument an. In Rahmen eines Gespräches zwischen den Instrumentallehrern und der Musiklehrkraft der Schule wird über die Verteilung der Instrumente unter Berücksichtigung der Kinderwünsche, der Eignungseinschätzungen durch die Instrumentallehrer sowie einer klanglich ausgewogenen Orchesterbesetzung entschieden.
Zusammenarbeit mit der Musikschule Wermelskirchen
Das Städtische Gymnasium Wermelskirchen arbeitet bei dem Modell Orchesterklasse mit dem Kooperationspartner Musikschule Wermelskirchen zusammen. Die Musikschule stellt die Instrumentallehrer, führt den Instrumentenschnuppertag durch, kümmert sich um Beschaffung, Bereitstellung, Pflege und Wartung der Instrumente und verwaltet den Einzug der Elternbeiträge für Leihinstrumente, Instrumentenversicherung und Gruppenunterricht.
Elternbeiträge
Die Instrumente werden von der Musikschule an die Schülerinnen und Schüler für zwei Jahre verliehen. Die Eltern der Kinder einer Orchesterklasse bezahlen für die Instrumentenleihe und den instrumentalen Gruppenunterricht derzeit 30€ im Monat. Gemessen an den Beiträgen für den Instrumentalunterricht an der Musikschule und bei Privatmusiklehrkräften ist das, auch mit Blick auf einen lebendigen, praxisnahen Musikunterricht in der allgemeinbildenden Schule und den durch das gemeinsame Musizieren verbundenen hohen Motivationsgrad, ein günstiges Angebot.
II. Orchester-, bzw. Instrumentalklasse für Schülerinnen und Schüler mit Instrumentalerfahrung
Neben den instrumentalen Anfängern werden (diesmal) auch fortgeschrittene Instrumentalisten in die Orchesterklasse oder - bei einer entsprechend großen Zahl von Anmeldungen von Anfängern und Fortgeschrittenen - in eine weitere Instrumentalklasse aufgenommen. Wir haben uns dazu entschlossen, auch Fortgeschrittene „zuzulassen“, da die Anfrage von Eltern, die ihre Kinder gerne in eine solche Klasse aufgenommen sähen, sehr groß ist. Die Kinder, die bereits Instrumentalunterricht erhalten, führen diesen privat oder in der Musikschule selbstständig weiter. Sie werden nicht in den Gruppenunterricht der Anfänger integriert, da dies pädagogisch-methodisch nicht sinnvoll wäre. Sie verpflichten sich, den Instrumentalunterricht für zwei (Schul)Jahre fortzuführen.