Unterrichtsinhalte 12

Pädagogik: Themen und Inhalte in der Qualifikationsphase der Jahrgangsstufe12 2011/12

 
Inhaltliche Schwerpunkte 12.1
 
 
Normen und Ziele in der Erziehung
 
  • Konzepte der Moralerziehung (unter besonderer Berücksichtigung des Modells von Kohlberg)
 
Um die Verwerflichkeit des nationalsozialistischen Regimes für die Jugend deutlich zu beleuchten, werden an Hand Kohlbergs Modell der Entwicklung des moralischen Urteils und neueren Konzepten zur Wertevermittlung Grundzüge der Wert- und Moralerziehung erarbeitet. An diesen lassen sich Grundideen der nationalsozialistischen Erziehungstheorien kritisch auf die Tragweite für Identität hinterfragen.
Die Konzepte haben auch für die interkulturelle Pädagogik erhebliche Tragweite, wenn es um Entstehung und Abbau von Vorurteilen geht.
 
 
  • Erziehung im Nationalsozialismus, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis Pädagogik und Politik
 
„Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ Erziehung zur Mündigkeit (Adorno)
 
Ausgehend von Zeitzeugen, einem geführten Gang durch die nationalsozialistische Vergangenheit der eigenen Stadt und dem Besuch des ehemaligen Gestapogefängnisses in Köln mit einer Dauerausstellung zum Nationalsozialismus, setzen wir uns kritisch auseinander mit dem Primat der Politik in der Bildung des Regimes an Hand von Kriecks „Erziehungsstatt“ und Baldur von Schirachs „Gebrauchspädagogik“.
 Die Erlebnispädagogik nach Hahn wird dem entgegengestellt, ebenso wie der Widerstand der „Weißen Rose“, um Auswirkungen von Wert- und Moralerziehung im Totalitarismus erkenntlich werden zu lassen.
 
 
 
  • Bildungs-und schultheoretische Perspektiven nach PISA
 
„Nach PISA sind die Erkenntnisse davon, was falsch gemacht worden sei, die Vorschläge dazu, was die deutsche Bildung wieder in Ordnung bringen könne, wie ein Platzregen auf uns niedergegangen……“ ( von Hentig)
 
Die Institution Schule ist in ständiger Kritik. Welche Funktionen soll sie erfüllen? Wie ist das Bildungssystem aufgebaut? Was sagt die PISA- Studie aus, welche neueren Ansätze für die Schule der Zukunft gibt es, gerade auch in der Auseinandersetzung mit der in Verruf geratenen Reformpädagogik?
Was für Alternativen gibt es zur Regelschule? Hier können auf der Grundlage theoretischer und praktischer Konzepte konstruktive Ideen unter Berücksichtigung des eigenen Erfahrungsraumes und den Kenntnissen zur Moralentwicklung eingebracht werden.
 
 
  • Konzepte interkultureller Pädagogik: Nieke, Holzbrecher (nur Leistungskurs)
 
„Unsere Identität ist nicht ein Museumsstück, das in eine Vitrine gesperrt wird, sondern die Synthese unserer alltäglichen Widersprüche, die stets aufs Neue überrascht.“ (Holzbrecher)
 
Die Kenntnisse unterschiedlicher Konzepte zur Wertevermittlung und Entwicklung der moralischen Urteilsfähigkeit können hier an Hand des Umgangs unseres Bildungssystems mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund kritisch überprüft werden. Ebenso können hier Ergebnisse der PISA-Studie wieder kritisch beleuchtet werden.
 
 
 
 
 
Inhaltliche Schwerpunkte 12.2
 
Identitätsbildung
 
  • Entstehung und Förderung von Identität und Mündigkeit (mit Bezug auf Krappmanns Identitätskonzept)
 
„Mythos Ich oder: Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Personen sagen zu sich selbst >Ich<. Etwa die Hälfte dieser Persönlichkeitsentwicklung, so wird mehrheitlich angenommen, hängt sehr eng mit angeborenen Fähigkeiten zusammen. Etwa 30-40 Prozent ist abhängig von Prägungen und Erlebnissen im Alter zwischen 0 und 5 Jahren. Und nur 20-30 Prozent werden offensichtlich maßgeblich durch spätere Einflüsse im Elternhaus, in der Schule usw. beeinflusst.“ (Precht 2007)
 

Von der Problematik des alltäglichen Identitätsbegriffs ausgehend wird dieser aus wissenschaftlicher Sicht am Modell Krappmanns erarbeitet. Die Tragweite dieses Modells der Balance in der Interaktion wird für Eriksons Modell der Entwicklung, Meads Modell der symbolischen Interaktion und Piagets Entwicklung des Denkens überprüft. Ferner werden Beiträge des Kindergartens und der Schule zur Identitätsfindung gewürdigt.